Suisse Caravan Salon

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Karine Fischer - im Coronajahr 2020

Das Jahr 2020 ein spezielles Jahr und nichts ist planbar. Im April sollte die Anmeldung für den Caravan Salon in Bern, welcher im Oktober stattfindet, erfolgen. Wird die Messe denn überhaupt durchgeführt? Und wenn ja, unter welchen Bedingungen? Nun bis dahin fliesst noch viel Wasser der Aare, ist ja noch lange hin, da kann sich noch manches ändern. 

Die Messeleitung entwirft während dem Sommer ein Schutzkonzept, welches an die stets ändernde Situation angepasst wird und die Aussteller werden immer auf dem Laufenden gehalten. Es hat jedenfalls den Regierungsrat überzeugt und grünes Licht für eine Durchführung blinkt auf. Sicher half dazu auch der Entscheid des Bundesrates, dass Messen und Ausstellungen mit Märkten und Einkaufscenter vergleichbar sind. 

Im Schutzkonzept sind pro Tag bis 7000 Besucher zugelassen. Die Tickets können nur online bestellt werden, so sind auch alle Teilnehmer registriert. Die Gänge und Zwischenräume in den Hallen und auch im Freigelände sind grosszügig eingeplant und bieten viel Platz, so dass man sich nicht in die Quere kommt. Mit dem Essen darf man nicht umhergehen und es herrscht in den Hallen Maskenpflicht und im Freigelände wird sie empfohlen. Auch die Aussteller haben Auflagen für den Stand. Der Abstand zu den Besuchern muss eingehalten werden können oder mit Plexiglas abgetrennt werden. Die Gegenstände, welche ein Besucher betasten darf, müssen desinfiziert werden und pro Standpersonal müssen 3.5 m2 Platz einberechnet werden. Und das Feierabendbier in der Vorhalle und der Ausstellerabend sind gestrichen.

Schon an unserem ersten Aufbautag fällt uns auf wie ruhig es im Vergleich zu anderen Jahren auf dem Gelände ist. Kein Gedränge und viel Platz. Es haben sich auch viel weniger Aussteller angemeldet als üblich. Grosse Firmen, zu einem grossen Teil aus Deutschland, fehlen. Wie wird die Messe dieses Jahr sein? Kommen Besucher? Viele? Wenige? Sind einige Fragen die unter den Aussteller diskutiert werden. Wir werden sehen.

Donnerstag, der erste Messetag beginnt. Damit es vor den Eingängen keine Menschenansammlung gibt, werden die Türen bereits ein paar Minuten früher geöffnet. Die Besucher kommen tröpfchenweise am Stand vorbei. Nirgendwo sieht man über den ganzen Tag eine Ansammlung von mehreren Personen, die Maskenpflicht wird eingehalten, alle verhalten sich sehr diszipliniert. Personal in orangen Westen zirkulieren durch die Gänge, welche die Besucher freundlich auf ein Fehlverhalten hinweisen. Es hat tatsächlich weniger Besucher als in anderen Jahren, dafür aber sehr interessierte und es konnten gute Gespräche und Beratungen geführt werden. Auch der Freitag verlief in ähnlichem Stil mit leicht mehr Besuchern. 

Doch am Freitag, es ist späterer Nachmittag, sickert die Nachricht durch was der Regierungsrat an seiner Sitzung beschlossen hat. Messeverbot ab Mitternacht. Bestürzung. Hoffnung. Die Messeleitung diskutiert und informiert um 18.00 Uhr, dass die Messe leider abgebrochen werden muss. Ob die Sportklubs links und rechts vom Messegelände Druck ausgeübt haben? Es herrscht grosses Unverständnis, aber es ist wie es ist. Der kürzeste Caravan Salon aller Zeiten geht am Freitagabend um 20.00 Uhr zu Ende. 

Der Caravan Salon hätte auch als Musterbeispiel dienen sollen, dass Messen und Ausstellung mit Schutzkonzept und unter Mithilfe von allen Beteiligten auch in dieser speziellen Coronasituation funktionieren können. 

Vielen Dank  an die Messeleitung für die Vorbereitung und das Feierabendbier, welches am Freitag an den Stand gebracht wurde.